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Nachgefragt: Digitale PCR at IREKS

Alexandra Kaetzke, Leitung des DNS-Labors bei IREKS, erzählt, wie die digitale PCR zu IREKS kam und welche Vorteile sie bietet.

Erzählen Sie doch mal, Frau Kaetzke: Wie kam es dazu, dass wir die digitale PCR-Methode so schnell bei IREKS etablieren konnten?

Alexandra Kaetzke: Mein Team und ich haben in den vergangenen Jahren an verschiedenen Konferenzen teilgenommen, zum Beispiel auch an der VGMS-Getreidetagung im Juli 2021, bei der diese neue Analysemethode vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, kurz LGL, vorgestellt wurde. Dort konnten wir direkt Kontakte zum LGL knüpfen. Diese Vernetzung haben wir dann genutzt, um die Entwickler der digitalen PCR-Methode zu kontaktieren und uns tiefer damit auseinanderzusetzen. Seit Juni 2022 ist die Methode bei uns im Einsatz.

Sind wir die einzigen, die die digitale PCR in dieser Form auf dem Markt nutzen?

Alexandra Kaetzke: Außer den Überwachungsbehörden verfügen bisher nur wenige Auftragslabore über diese spezielle Analysemethode. Einige Labore bieten zwar eine andere PCR-Methode zur Weizen-Bestimmung in Dinkel an, diese ist jedoch lange nicht so spezifisch und genau. Einerseits ist damit die Mengenbestimmung mit Fehlern behaftet, andererseits werden damit auch einige Dinkel-Sorten fälschlicherweise als Weizen bestimmt. Das können wir mit unserer Methode ausschließen.

Und welche weiteren Vorteile bietet unsere PCR-Methode?

Alexandra Kaetzke: Wir können damit sicherstellen, dass in unseren Dinkel-Produkten auch tatsächlich Dinkel drin ist. Mit unseren Untersuchungen konnten wir feststellen, dass im Handel erhältliche Mehle zum Teil nicht unbeträchtliche Weizen-Anteile enthalten können. Oftmals ist dies den Mühlen gar nicht bewusst, da sie gar keine Möglichkeit haben, den Weizenanteil in Dinkelprodukten zu messen. Stellen wir erhöhte Weizenanteile in unseren Dinkelrohstoffen fest, so gehen wir auf den Lieferanten zu und können ihm helfen, die Eintragsquelle zu identifizieren und damit den Weizenanteil zu minimieren.


Digitale PCR: kurz & knapp erklärt

Jedes Lebewesen besitzt in jeder seiner Zellen seine spezifische Erbinformation, die DNA. Wenn wir  herausfinden wollen, ob eine bestimmte DNA, zum Beispiel von einer Pflanze, in einer Probe steckt, können wir das Standard-PCR-Verfahren nutzen. Dabei machen wir ganz viele Kopien eines bestimmten Teils der DNA, der nur in dieser Pflanze vorkommt, bis wir genug Kopien haben, um sie sehen zu können. Der Trick dabei ist, die Stecknadel im Heuhaufen (also den gesuchten kleinen DNA-Abschnitt innerhalb der gesamten DNA der Probe) solange zu kopieren, bis die Menge an Kopien größer ist als der Heuhaufen und so nachweisbar wird. Dann wissen wir, ob diese Pflanze in der Probe ist oder nicht. 

Bisher war es schwierig zu sagen, wie viel von dieser Pflanze in der Probe steckt. Mit der digitalen PCR machen wir mit einer Probe 20.000 kleine Tests. Jedes kleine Tröpfchen zeigt dann entweder „Nein, die Pflanze ist nicht da“ in Form einer 0 oder „Ja, die Pflanze ist da“ in Form einer 1 – daher kommt auch der Name „digitale PCR“.  Aus diesen 20.000 Einzelergebnissen können wir dann z. B. genau berechnen, wie viel DNA von Weizen und wie viel DNA von Dinkel in der Probe ist. So wissen wir exakt, wie viel Weizen im Verhältnis zu Dinkel in der Probe steckt.


 

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